Nav Ansichtssuche

Navigation

Bereits seit drei Jahren gibt es die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt des Repair Cafés in der Carl-Gotthard-Langhans-Schule. An jedem vierten Dienstag im Monat hatte sie von 16 bis 18 Uhr für alle Fahrradbesitzerinnen und Besitzer geöffnet, die unter fachlicher Anleitung selbst Hand an ihr Fahrrad legen wollten. Viele gebrauchte Ersatzteile und auch gespendete Fahrräder konnten auf diesem Wege einer neuen Verwendung zugeführt werden. Die FahrradbesitzerInnen lernten dabei einige Tricks und Kniffe, wie sie auch ohne fremde Hilfe ihre Drahtesel fit halten oder machen können. 

velopres02
Im letzten Jahr zeigten sich jedoch die Grenzen der kostenlos überlassenen Räumlichkeit in der Berufsschule: Die Werkstatt ist nur an einem Nachmittag pro Monat geöffnet, aber nicht in den Schulferien. Der Ansturm von MigrantInnen, die gespendete Fahrräder erwerben wollten oder ihre defekten Fahrräder reparieren wollten, war einfach “überwältigend”.

So entstand die Idee, einen Werkstattraum zu finden, der zentral gelegen, barrierefrei, kostengünstig und immer nutzbar ist. Ein solcher Raum fand sich im Innenhof des Zentrum für Umwelt und Mobilität (ZUM) am Stadtmarkt 11. Schnell war eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Freiwilligenagentur (FWA) als Träger und dem ZUM e.V. als Hauptmieter abgeschlossen, die für einen Pilotbetrieb bis zum Jahresende ausgelegt ist.

Für die zur Einrichtung erforderlichen Investitionen konnte als Sponsor der Lions Club Wolfenbüttel gewonnen werden. Die Mietkosten für die Pilotphase übernimmt die Stadt aus Spendenmitteln des „Runden Tisches“. Damit konnten auch die Bedenken des DRK Wolfenbüttel ausgeräumt werden, die in der Werkstatt eine Konkurrenz zur “Zukunftsfabrik” am Exer sahen, in der fabrikmäßig Fund- und Spendenfahrräder aufgearbeitet werden.

Da dort jedoch keine Reparaturmöglichkeiten für private FahrradbesitzerInnen zur Verfügung stehen, einigten sich DRK und FWA auf eine Aufgabenteilung: Die Selbsthilfewerkstatt stellt die Reparatur- und Wartungsmöglichkeit für alle Fahrräder bereit, die vom DRK an Migranten und andere Bedarfsträger ausgegeben werden. Dazu wird jedem ausgegebenen Fahrrad ein Handzettel beigefügt, der auf die VeloWorx-Werkstatt hinweist.

Nun ging es an die Einrichtung der Werkstatt im ZUM. Zunächst musste der Raum von den eingelagerten Flohmarktartikeln befreit werden. Nach der Grundreinigung wurden Arbeitsplatzbeleuchtung und Steckdosen montiert, ein Werkzeugschrank und ein Werktisch aufgestellt und die Werkzeuge aus der alten Werkstatt geholt. Dabei waren vier “Schrauber” mehrere Tage intensiv beschäftigt.

  

veloworxSchließlich war die Werkstatt in einem vorzeigbaren Zustand, und die Öffentlichkeit konnte hereingelassen werden. Am 17.5. fand ein Pressegespräch statt. Durch die lokalen Medien wurde die Öffentlichkeit zum “Tag der offenen Werkstatt” am 21.5. eingeladen.

Dabei konnten die Besucher die Möglichkeiten der Werkstatt in Augenschein nehmen und auch den kleinen Vorrat an Spendenfahrrädern besichtigen, die in den kommenden Tagen und Wochen gegen einen angemessenen Betrag erworben werden können, wenn die notwendigen Arbeiten zumindest teilweise selbst durchgeführt werden.

Die VeloWorx-Werkstatt wird künftig an jedem Montag und Mittwoch zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet sein und von Wolfgang Billewicz geleitet. Da nur zwei - bei gutem Wetter auch bis zu vier - Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und jeder Selbstschrauber eine individuelle Betreuung erhalten soll, ist eine Anmeldung erforderlich. Diese kann telefonisch unter 0170 4710 210, per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder an der Eingangstür durch eine Klingel erfolgen. Der Werkstattleiter Wolfgang Billewicz stellt einen Belegungsplan auf, der Wartezeiten nach Möglichkeit vermeiden soll.

Den Werkstattgästen steht eine Sammlung von Werkzeugen zur Verfügung: Montageständer, Luftpumpen, Schraubenschlüssel, Mechaniker- und spezielles Fahradwerkzeug. Ein kleines Lager an gebrauchten Ersatzteilen sowie Reinigungs- und Pflegemitteln kann gegen angemessene Spende genutzt werden. Neue Ersatzteile können zum Selbstkostenpreis aus dem Vorrat erworben oder im örtlichen Fachhandel selbst beschafft werden.

Die beliebte Codierung des eigenen Fahrrades wird weiterhin durch den ADFC zu den regulären Zeiten am ersten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr durchgeführt, da sie die Möglichkeiten der Selbsthilfewerkstatt übersteigt.

Insbesondere den Migranten in unserer Stadt soll durch Veloworx die Möglichkeit geboten werden, ihre entliehenen oder überlassenen Fahrräder zu warten und zu reparieren. Deshalb wird dieses Angebot auch im “International Market Place” der FWA in Landessprachen beworben. Im Kreise der Neubürger sind etliche Menschen, die handwerkliches Interesse und Geschick zu mechanischen Arbeiten haben.

Diese Menschen werden eingeladen, sich als “Beschäftigung” in der VeloWorx-Werkstatt zu beteiligen und das Schrauberteam zu verstärken. Die gegenseitige Verständigung und das gemeinsame Werken sind unser Beitrag zur Integration der Geflüchteten in die Zivilgesellschaft.

Zusätzliche Informationen